Altes Reich und Frankreich im Zeitalter Ludwigs XIV.: Diplomatische und kriegerische Konflikte

Ludwig XIV. regierte Frankreich insgesamt 55 Jahre lang, von 1661 bis 1715. In dieser Zeit gab es „etwa 40 Jahre lang Konflikte ..., die direkt oder indirekt den Kaiser oder einzelne Stände des römisch-deutschen Reiches in eine diplomatische oder militärische Konfrontation mit Frankreich brachten.“[1]


  • 1667 bis 1668 Devolutionskrieg
  • 1670 Besetzung Lothringens
  • 1672 bis 1679 Holländischer Krieg (Abschluss mit dem Frieden von Niemwegen)
  • 1681 Politik der Reunion im Elsass (u.a. 1681 Eingliederung Straßburgs in das Königreich Frankreich)
  • 1688 bis 1697 Orléanssscher (Neunjähriger) Krieg oder Pfälzischer
  • Erbfolgekrieg (1688: Zerstörung der Kurpfalz)
  • 1701 bis 1714 Spanischer Erbfolgekrieg

 

Im 16. Jahrhundert hatte es schon einmal eine ganze Kette von Konflikten zwischen einem deutschen Kaiser (Karl V.) und einem französischen König (Franz I.) gegeben. Leopold I. schien nun, anders als Karl V., Frankreich weitgehend gewähren zu lassen. Tatsächlich aber gab es immer wieder handfeste Gründe für die auffällige Zurückhaltung des Alten Reiches. Während des Devolutionskrieges musste Leopold I. sich um die Festigung seiner Herrschaft in Ungarn kümmern. Aus dem gleichen Grund wurde der Reunionspolitik Frankreichs zunächst wenig entgegengesetzt, wodurch Straßburg verloren ging. Das Reich hielt sich auch aus dem Waffengang zwischen Frankreich und Spanien heraus, in dessen Verlauf Frankreich die östlichen Teile der Niederlande und Luxemburgs (1683) sowie anschließend die Kurpfalz (1684) besetzte. Die zweite Belagerung Wiens durch die Türken hatte eindeutig die höhere Priorität für Leopold I.

1686 formierte sich mit der Liga von Augsburg erstmals eine größere Koalition unter Einschluss des Reiches gegen die französische Eroberungspolitik. Erst mit dem Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges (formelle Kriegserklärung des Alten Reiches gegen Frankreich am 4. April 1689) kam es zu sichtbarer Gegenwehr.



[1] Bosbach, Erbfeind, S. 117

 

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